Impuls / Wort zum 18.
Sonntagmorgen im Grossen Bazar von Istanbul. Menschen unterschiedlichster Nationen eilen oder bummeln durch die vielen Seitengänge. Noch sei es ruhig, meint unsere Reiseleiterin. Dennoch muss man da und dort ausweichen. Das Portemonnaie steckt ohnehin gut geschützt in den Jeans.
Wir machen einen Treffpunkt aus und eine Zeit. Fernac, die Reiseleiterin, gibt uns noch Tipps, wie wir uns zurechtfinden können im Gewirr der Gänge. Weil gemeinsam Bummeln aufgrund der verschiedenen Interessen schier unmöglich ist, setze ich mich ab. Wenn ich mich bloss nicht verirre...
Und da, plötzlich, in all den vielen Farben und den fremden Gerüchen etwas Vertrautes: Ein MTA-Bild! Mitten drin zwischen der Madonna von Tschenstochau, der Mutter vom Guten Rat und vielen frommen Bildern. Wie kommt die MTA hier her? Mein Englisch reicht nicht aus, um einen der Händler zu fragen. Vermutlich wüsste er es selber nicht.
Es ist ein eigenartiges Erlebnis: Dieses vertraute Bild mitten in der fremden Stadt. Gesehen habe ich es nur, weil nach oben geschaut habe auf der Suche nach einer Tafel, die mir hilft, die richtige Gasse zu finden.
Wenn die Arbeit drängt, wenn der Terminkalender schon im Januar wieder so voll ist... – dann kann es passieren, dass man sich in der Arbeit verliert, dass man nicht mehr über den Berg sieht.
Gelänge es uns in diesen Momenten, einen Augenblick innezuhalten und nach oben zu schauen, könnten wir unter Umständen merken, dass da jemand ist, der uns gern helfen würde, die Arbeit zu machen. Nur einladen müssten wir sie!
Claudia Zimmermann, Informationsbeauftragte
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